Strategie für die digitale Transformation: Was Clemens Höbarth als CFO des Tagesspiegels täglich antreibt

5 Minuten Lesezeit
Zuletzt aktualisiert:
April 30, 2026
Clemens Höbarth

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Key Take-Aways

  • Clemens Höbarth ist CFO des Berliner Tagesspiegels und Experte für komplexe Unternehmenstransformationen. Mit Stationen bei Mercedes-Benz und Signa Sports United vereint er Corporate-Struktur mit Startup-Agilität.
  • Transformation braucht einen langen Atem: Die Umstellung von Print auf Digital ist ein Marathon, kein Sprint. Geduld ist für CFOs eine strategische Notwendigkeit, da kultureller Wandel meist 20 % teurer ist und sechs Monate länger dauert als geplant.
  • Fokus schlägt Komplexität: In einem hybriden Geschäftsmodell (Print, Digital, Fachmedien) ist die tägliche Reduktion auf den "Nordstern" überlebenswichtig. Wer seinen Kalender nicht radikal auf wertstiftende Meetings prüft, verliert sich im Rauschen.
  • KI-Readiness beginnt beim Fundament: Künstliche Intelligenz im Finance ist nur so gut wie die zugrunde liegenden Daten. Der Weg führt über moderne Cloud-Systeme (SAP S/4HANA) und eine konsequente Digitalisierung aller Fachbereiche – ein zentraler "KI-Manager" reicht nicht aus.

Wie transformiert man eine der bekanntesten deutschen Tageszeitungen vom Printmedium zum digitalen Medienhaus – und das im laufenden Betrieb? Clemens Höbarth, CFO des Berliner Tagesspiegels, spricht im Podcast Winning Finance Strategies mit Host Nikolai Skatchkov, CEO von Circula, offen über die drei großen Baustellen, die ihn als Finanzchef täglich beschäftigen, warum Geduld sein wichtigster Ratschlag an CFO-Kollegen ist und was er über die Zukunft von KI in der Finanzfunktion denkt.

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Clemens Höbarth und Nikolai Skatchkov im Gespräch am runden Tisch.

Wer ist Clemens Höbarth?

Clemens Höbarth ist seit rund zweieinhalb Jahren CFO des Berliner Tagesspiegels. Seine Karriere liest sich wie ein Querschnitt durch die deutschsprachige Unternehmenslandschaft: FP&A und Projektmanagement bei Mercedes-Benz, fünf Jahre in der Strategieberatung, gefolgt von einer Reihe von Führungsrollen in schnell wachsenden Tech-Unternehmen. Dazu gehören unter anderem Positionen bei Omio (heute Teil einer größeren Gruppe, ca. 500 Mitarbeiter, halbe Milliarde Außenumsatz), Seven Senders sowie als Group VP Corporate Finance bei Signa Sports United – einem börsennotierten Portfolio-Unternehmen an der New York Stock Exchange mit Marken wie Fahrrad.de und Tennis Point.

Der Weg zum Tagesspiegel öffnete sich, als die Insolvenz der Signa-Gruppe diese Station vorzeitig beendete. Für Höbarth eine klassische Situation: „Wenn eine Tür zugeht, dann gehen zwei neue auf."

Sein LinkedIn-Profil: linkedin.com/in/clemens-c-hoebarth-11983223

Der Tagesspiegel: Mehr als eine Zeitung

Der Tagesspiegel ist eine der führenden deutschen Qualitätszeitungen mit Sitz in Berlin. Gegründet 1945, ist er heute Teil einer Mediengruppe, die neben der Print- und Digitalausgabe des Tagesspiegels auch das politische Fachmedien-Imprint Background, die Potsdamer Neuesten Nachrichten sowie weitere digitale Angebote umfasst. Die Redaktion berichtet aus dem Herz der deutschen Hauptstadt – mit besonderem Fokus auf Politik, Wirtschaft und Berliner Stadtgesellschaft.

Im digitalen Bereich verzeichnet der Tagesspiegel ein starkes Abonnement-Wachstum und hat sich als eine der meistzitierten deutschen Nachrichtenquellen etabliert. Das Unternehmen ist Teil der DvH Medien, zu der unter anderem auch Handelsblatt, Wirtschaftswoche und Die Zeit gehören.

Die drei großen Transformationsthemen

Höbarth beschreibt im Gespräch drei Megatrends, die den Tagesspiegel und die gesamte Medienbranche – fundamental herausfordern:

1. Von Print zu Digital

Die klassische Printauflage sinkt branchenweit Jahr für Jahr. „Wenn du heute in der U-Bahn sitzt, sitzt keiner mehr mit der Zeitung, sondern jeder hat sein Handy", stellt Höbarth nüchtern fest. Gleichzeitig verzeichnet der Tagesspiegel im digitalen Bereich starkes Wachstum. Die Herausforderung: Beide Geschäftsbereiche müssen gleichzeitig gesteuert werden – der eine wächst, der andere wird gezielt zurückgeführt. Kompetenzen verschieben sich: Weniger Printvertriebler, mehr SEO-Spezialisten. Ein Umbruch, der die gesamte Organisation betrifft.

2. Von Regional zu National

Als „klare Nummer eins in Berlin" hat der Tagesspiegel eine starke lokale Verankerung, doch das Wachstumspotenzial liegt auf der nationalen Ebene. Höbarths Ambition: „Wir möchten aufschließen zu den großen, wie einer FAZ, einer Süddeutschen, einer Welt." Deutschland ist in Europa eine Ausnahme, weil die führenden Medien traditionell nicht aus der Hauptstadt stammen, eine Opportunität, die der Tagesspiegel bewusst nutzt.

3. Vom Verlagshaus zum digitalen Medienhaus

Die dritte Transformation ist die tiefgreifendste: eine Organisationskultur, die über Jahrzehnte printorientiert war, muss sich in ein digitales Medienhaus verwandeln. Das bedeutet nicht nur neue Systeme und Prozesse, sondern einen kulturellen Wandel auf allen Ebenen. „Das ist ein Riesenwandel in der Organisation, den du aktiv begleiten, aktiv gestalten und aktiv kommunizieren musst", so Höbarth.

„Das ist so ein Stück weit, als wärst du Mitte der 90er Jahre bei den gelben Seiten gesessen und hättest gesagt, was bedeutet eigentlich das Internet für uns. Du wärst wahrscheinlich nicht auf Google gekommen und auf YouTube."

— Clemens Höbarth über den Umgang mit KI-Ungewissheit

Das Geschäftsmodell: Überraschend vielfältig

Was viele nicht wissen: Der Tagesspiegel ist nicht ein Unternehmen, sondern mehrere. Höbarth beschreibt das Portfolio:

  • Printabo: Macht rund 95 % des Printvertriebs aus, hochplanbar, aber schrumpfendes Marktvolumen.
  • Digitalabo: Starkes Wachstum, eigene App, direkte Kundenbindung als strategische Priorität.
  • Background: Ein schnell wachsender Fachverlag mit Daily & Weekly Briefings für Entscheider in Branchen wie Agrar oder Pharma. Die Besonderheit: Einmal erstellte Inhalte skalieren fast kostenlos, ob 1.000 oder 10.000 Briefings verschickt werden, verändert die Kostenstruktur kaum.
  • Content Syndication: Hochwertiger Hauptstadt-Journalismus wird an Regionalzeitungen weiterverkauft. Margin nahe 90–95 %, da der Content bereits produziert ist.
  • Tagesspiegel-Shop & Reisen: Community-Building über Produkte und exklusive Berlin-Erlebnisse mit Redakteuren.

Steuerung und Planung: Weg vom starren Budget

Ein zentrales Thema im Gespräch ist die Weiterentwicklung der Finanzsteuerung. Höbarth beschreibt den Wechsel vom klassischen Planungsmodell (jährliche Budgetplanung + vier Quartalsforecasts) hin zu einem rollierenden Forecast: monatliche Aktualisierungen, basierend auf drei Kerngrößen – Bestand, Neuabos (»Proben«) und Churn. Dieses Modell erlaubt es, die Entwicklung der Kundenbasis in Echtzeit zu steuern und schneller auf Veränderungen zu reagieren.

„Für eine gute Planung brauchst du gute Ist-Werte", fasst Höbarth zusammen. Deshalb hat das Team in den letzten zwei Jahren massiv ins Fundament investiert: Einführung von SAP S/4HANA in der Public Cloud, Auslagerung der Buchhaltung an einen externen Servicepartner, Zentralisierung von Enabling Functions (Einkauf, IT) über die Mediengruppe hinweg.

„Die Eingangsdaten müssen qualitativ gut genug sein. Das ist für uns die größte Herausforderung, dass wir uns überhaupt KI-ready machen."

— Clemens Höbarth über die Voraussetzungen für KI in der Finanzfunktion

KI in der Finanzfunktion: Evolutionär, nicht revolutionär

Eine Studie von Circula und YouGov zeigt: Nur 3 % der befragten deutschen Finance-Entscheider nutzen KI bereits breit in ihrer Finanzfunktion. Höbarths eigene Erfahrung bestätigt das Bild, aber auch den klaren Kurs nach vorne.

Was heute bereits funktioniert:

  • HyperTOS für KI-gestützte Belegverarbeitung und automatisierte Buchungsvorschläge. Der Prozess läuft bereits mit KI-Unterstützung – allerdings noch mit Qualitätssicherungsroutinen, da im Finanzbereich 90 % nicht ausreichend sind.
  • Langdock-Partnerschaft: Alle Mitarbeiter des Tagesspiegels haben Zugang zu verschiedenen Large Language Models. Höbarth selbst hinterlegt dort sein CFO-Profil und seine Aufgaben – und erhält so dedizierte, kontextualisierte Antworten.

Was Höbarth für die nächsten Jahre erwartet:

  • Signifikante Fortschritte bei Handschrifterkennung und Belegverarbeitung.
  • KI als Partner für die Plausibilisierung von Kapitalkosten, DCF-Modellen und Prämissen – Analysen, die früher Nachtschichten oder externe Berater erforderten.
  • Einen großen Impact auf die Beratungsbranche insgesamt.

Die Kernhypothese: „Wir sind aktuell noch nicht KI-ready, aber wir gehen diesen Weg." Für viele Unternehmen in Deutschland gilt dasselbe.

„Execution ist key. Die Umsetzung ist am Ende des Tages einfach alles."

— Clemens Höbarth, CFO Tagesspiegel

3 Ratschläge für CFOs in der Transformation

Am Ende des Gesprächs gibt Höbarth drei Empfehlungen – für Peers, die sich in einer ähnlichen Situation befinden:

1. Geduld. Als analytisch getriebene Person hat man oft ein klares Bild, wo man in drei Jahren stehen will. Die Realität der Umsetzung ist komplexer, langsamer und überraschender als jeder Plan. „So ein bisschen wie beim Hausbau: Es wird 20 Prozent teurer und dauert immer sechs Monate länger."

2. Brutaler Fokus. Reduktion von Komplexität als tägliche Praxis. Jeden Morgen den Kalender durchgehen und fragen: Zahlt dieses Meeting auf unseren Nordstern ein? Was bringt mich heute wirklich voran?

3. Digital gehört in jeden Bereich. Wer digitale Transformation als separate Verantwortung begreift – zum Beispiel durch einen dedizierten „KI-Manager" – wird dem Thema nicht gerecht. „In jedem Bereich muss KI gelebt werden." Beim Tagesspiegel ist deshalb jeder Fachbereich selbst für seine digitale Transformation verantwortlich.

Über den Podcast: Winning Finance Strategies

Winning Finance Strategies ist der Podcast für moderne Finance-Entscheider. Host Nikolai Skatchkov ist CEO und Mitgründer von Circula, einer führenden Spend-Management-Plattform für Unternehmen. Im Podcast spricht er mit CFOs, VPs Finance und Finance-Experten aus ganz Europa über die Strategien, Tools und Denkweisen, die moderne Finanzorganisationen heute auszeichnen.

Mehr über Circula: circula.com

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Mitwirkende

Anna Lischke
Anna Lischke
Redakteurin bei Circula

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