Digitale Rechnungserfassung: Rechnungsdaten automatisch auslesen und ins System bringen

5 Minuten Lesezeit
Zuletzt aktualisiert:
July 28, 2026
Anna Lischke
Anna Lischke
Redakteurin bei Circula

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Key Take-Aways

  • Digitale Rechnungserfassung ist jetzt Pflicht: Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle deutschen B2B-Unternehmen elektronische Rechnungen empfangen und verarbeiten können. Wer den Rechnungseingang noch nicht digitalisiert hat, muss jetzt handeln.
  • OCR spart konkret Zeit: Automatisierte Rechnungserfassung reduziert die Bearbeitungszeit pro Rechnung um den Faktor drei bis fünf. Das Finance-Team prüft statt zu tippen.
  • Fehler entstehen beim Erfassen, nicht beim Prüfen: Tippfehler, falsch zugeordnete Kostenstellen und verpasste Skontofristen haben alle dieselbe Ursache: manuelle Dateneingabe.
  • E-Rechnungen brauchen kein OCR: Strukturierte Formate wie XRechnung und ZUGFeRD liefern maschinenlesbare Daten direkt mit. OCR bleibt für Papier- und PDF-Rechnungen relevant.
  • Integration entscheidet über den Nutzen: Ein Scan-Tool allein digitalisiert nur einen Teilschritt. Der volle Wert entsteht erst, wenn Daten ohne Medienbruch bis ins ERP oder DATEV fließen.

Was ist digitale Rechnungserfassung, und warum ist sie so entscheidend?

Rechnungserfassung bezeichnet den Schritt, bei dem eine eingehende Rechnung erstmals im System eines Unternehmens erfasst wird: Die relevanten Daten werden ausgelesen, zugeordnet und für die weitere Verarbeitung bereitgestellt, also Prüfung, Freigabe, Buchung, Zahlung.

Klingt nach einem kleinen Teilschritt. Ist es aber nicht. Die Rechnungserfassung ist das Eingangstor des gesamten Kreditorenprozesses. Wird eine Rechnung hier fehlerhaft, unvollständig oder zu spät erfasst, pflanzen sich diese Fehler durch alle nachgelagerten Schritte fort: falsch gebuchte Beträge, verpasste Skontofristen, Mahnungen, die eigentlich hätten vermieden werden können.

Für Finance-Teams, die täglich Dutzende oder Hunderte Eingangsrechnungen verarbeiten, ist die Qualität der Erfassung deshalb keine Nebensache. Sie bestimmt maßgeblich, wie schnell, sicher und kosteneffizient die gesamte Kreditorenbuchhaltung läuft.

Welche Rechnungen müssen erfasst werden?

Papier, PDF, E-Rechnung.

In der Praxis treffen Eingangsrechnungen auf drei Wegen ein, und der Eingangskanal bestimmt, wie aufwändig die Erfassung ist.

Papierrechnungen kommen klassisch per Post. Sie müssen zuerst eingescannt werden, denn erst dann liegt eine digitale Datei vor, aus der sich Daten auslesen lassen. Ohne Texterkennung bleibt ein Scan aber nur ein Bild. Die Rechnungsdaten werden deshalb per OCR erkannt und in verwertbare Felder überführt.

PDF-Rechnungen erreichen das Unternehmen meist per E-Mail. Sie sind zwar schon digital, liefern ihre Daten aber nicht in strukturierter Form. Ein eingescanntes Bild-PDF muss dafür per OCR ausgelesen werden. Viele PDF-Rechnungen enthalten bereits eine Textebene, die sich auch ohne OCR auslesen lässt. In beiden Fällen gilt: Ein PDF ist keine E-Rechnung, auch wenn es elektronisch verschickt wird, denn es liefert keine standardisierten, maschinenlesbaren Felder nach der Norm EN 16931.

Strukturierte E-Rechnungen wie XRechnung und ZUGFeRD bringen ihre Daten bereits maschinenlesbar mit. Sie müssen weder gescannt noch per OCR ausgelesen werden: Das System übernimmt die strukturierten Felder direkt aus der mitgelieferten XML-Datei. Was die einzelnen Formate ausmacht und ab wann welche Pflichten gelten, lesen Sie im Beitrag zur E-Rechnung.

Ein gutes Erfassungssystem verarbeitet alle drei Wege gleich sicher, denn in vielen Unternehmen laufen sie parallel: Ein Teil der Lieferanten schickt weiterhin Papier, ein anderer bereits E-Rechnungen. 

Manuell vs. automatisiert: Was die Umstellung bei der Rechnungserfassung bringt

Der manuelle Prozess und seine Schwachstellen

Im manuellen Ablauf gehen Rechnungen per Post oder E-Mail ein. Papierrechnungen werden eingescannt, relevante Rechnungsdaten anschließend von Hand ins Buchhaltungssystem übertragen – etwa Lieferant, Rechnungsdatum, Betrag oder Kostenstelle.

Das Problem: Jeder dieser Schritte ist fehleranfällig. Tippfehler bei Beträgen und Steuersätzen, falsch zugeordnete Kostenstellen, oder übersehene  Rechnungen in E-Mail-Postfächern kosten Zeit und führen zu Verzögerungen. Je mehr Rechnungen eingehen, desto stärker bindet die manuelle Erfassung Kapazitäten im Finance-Team.

Auch Skontofristen und Zahlungsziele hängen indirekt von einer schnellen  Erfassung ab. Werden

 Rechnungsdaten erst verspätet ins System übernommen, geraten die nachgelagerten Prozesse  unter Zeitdruck.

Was automatisierte Rechnungserfassung konkret ändert

Ein Beispiel: Ein Unternehmen mit rund 150 Eingangsrechnungen im Monat verbringt mehrere Stunden pro Woche allein damit, Rechnungsdaten manuell zu übertragen und auf Vollständigkeit zu prüfen. Nach der Umstellung auf eine automatisierte Erfassung mit OCR-Technologie werden Lieferantenname, Rechnungsnummer, Betrag, Steuersatz und IBAN direkt beim Scan ausgelesen und in Sekunden ins Buchhaltungssystem übergeben. Das Finance-Team prüft die ausgelesenen Daten, statt zu tippen.

Automatisierte Rechnungserfassung verlagert die Arbeit damit weg von repetitiver Dateneingabe hin zur Kontrolle und Plausibilisierung der erfassten Rechnungsdaten.

Rechnungen erfassen: der digitale Erfassungsprozess Schritt für Schritt

Wer digitale Rechnungserfassung einführen möchte, folgt einem klar strukturierten Prozess. Je nach Eingangskanal, Papier, PDF per E-Mail oder strukturierte E-Rechnung, variiert der erste Schritt. Der Rest des Prozesses ist weitgehend identisch. Für Unternehmen, die auch Reisekosten und Auslagen digitalisieren wollen, gelten dieselben Grundprinzipien.

1. Eingang erfassen

Papierrechnungen werden eingescannt, idealerweise direkt beim Posteingang. PDF-Rechnungen aus dem E-Mail-Postfach werden automatisch übernommen. Strukturierte E-Rechnungen (XRechnung, ZUGFeRD) gelangen direkt ins System, ohne Scan.

2. Daten auslesen

OCR-Software (Optical Character Recognition) erkennt den Text auf dem Scan und extrahiert die relevanten Felder. Bei strukturierten E-Rechnungen liefert das Format die Daten bereits maschinenlesbar mit, kein Auslesen nötig.

3. Daten prüfen und übergeben

Die erfassten Daten werden formell geprüft und mit Stammdaten abgeglichen: Lieferant bekannt? Bestellung vorhanden? Betrag plausibel? Anschließend durchläuft die Rechnung einen digitalen Freigabe-Workflow mit Vier-Augen-Prinzip, Kostenstellen-Freigabe und Betragsfreigaben.

Die anschließende Freigabe, Buchung, Zahlung und Archivierung sind Teil der digitalen Rechnungsverarbeitung. Für die Rechnungserfassung ist entscheidend, dass die Daten vollständig, korrekt und ohne Medienbruch für diese Folgeschritte bereitstehen.

Ein wichtiger Aspekt beim Scannen ist das sogenannte ersetzende Scannen. Papierbelege können nach der Digitalisierung vernichtet werden, wenn das Scan-Verfahren den GoBD-Anforderungen entspricht, unter anderem mit einer dokumentierten Verfahrensdokumentation, die regelt, wer wann wie scannt und wie die Qualitätskontrolle erfolgt. Das erspart die aufwändige parallele Aufbewahrung von Papier und digitalen Kopien.

OCR-Rechnungserfassung: Wie Texterkennung Rechnungsdaten automatisch ausliest

Welche Daten OCR erkennt

OCR steht für Optical Character Recognition, also optische Schriftzeichen- bzw. Texterkennung. Die Technologie analysiert ein eingescanntes Dokument pixelgenau und wandelt Bildinhalte in maschinenlesbaren Text um. Bei der Rechnungserfassung wird dieser Text anschließend strukturiert: Die Software erkennt, dass ein bestimmter Wert der Rechnungsnummer entspricht, ein anderer dem Nettobetrag und ein weiterer der IBAN des Lieferanten.

Typische Felder, die moderne OCR-Rechnungserfassung zuverlässig ausliest:

  • Lieferantenname und -adresse
  • Rechnungsnummer und Rechnungsdatum
  • Netto- und Bruttobetrag
  • Mehrwertsteuersatz und Steuerbetrag
  • IBAN und BIC des Zahlungsempfängers
  • Leistungsdatum und Zahlungsziel

Die Erkennungsqualität hängt von der Scanqualität und der Konsistenz des Rechnungslayouts ab. Bei Lieferanten, mit denen regelmäßig gearbeitet wird, lernt gut konfigurierte Software das Layout und erreicht sehr hohe Trefferquoten.

Von OCR zu KI-gestützter Rechnungserfassung

Klassische OCR erkennt Text; neuere Systeme gehen weiter. KI-gestützte Verarbeitungsmodule kombinieren Texterkennung mit maschinellem Lernen: Sie erkennen auch unstrukturierte Layouts, ordnen Felder kontextbasiert zu und verbessern sich mit jeder verarbeiteten Rechnung. Das reduziert den manuellen Nachbearbeitungsaufwand auch bei Lieferanten mit wechselnden Rechnungsformaten spürbar.

E-Rechnungen: Was sie für die Rechnungserfassung verändern

Seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen im B2B-Bereich elektronische Rechnungen empfangen können.

Für die Rechnungserfassung ist dabei vor allem entscheidend: Eine E-Rechnung ist kein einfaches PDF, sondern ein strukturiertes, maschinenlesbares Dokument nach der europäischen Norm EN 16931. 

In Deutschland sind die geläufigsten Formate:

  • XRechnung: Rein XML-basiertes Format, das vor allem im öffentlichen Sektor verbreitet ist.
  • ZUGFeRD: Hybridformat, ein PDF, das eine eingebettete XML-Datei enthält. Damit ist es sowohl für Menschen lesbar als auch maschinell verarbeitbar.

Für die Rechnungserfassung bedeutet das eine grundlegende Vereinfachung: Strukturierte E-Rechnungen liefern ihre Daten bereits fertig mit, kein Scan, keine OCR, kein manuelles Nachbessern. Das System übernimmt die Felder direkt.

Die praktische Konsequenz: Wer heute in digitale Rechnungserfassung investiert, sollte sicherstellen, dass die gewählte Lösung sowohl gescannte Papierrechnungen per OCR als auch strukturierte E-Rechnungen nativ verarbeiten kann. Viele Lieferanten werden noch lang Papier schicken; andere sind bereits auf E-Rechnung umgestellt. Ein gutes System behandelt beide Eingangswege gleich sicher.

Erfahren Sie mehr zum Thema E-Rechnungspflicht in unserem Blogartikel.

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Vorteile der digitalen Rechnungserfassung auf einen Blick

Die Umstellung auf digitale Rechnungserfassung wirkt sich auf mehrere Bereiche aus, die Finance-Teams direkt betreffen:

  • Kürzere Durchlaufzeiten: Rechnungen werden innerhalb von Minuten erfasst und in den Freigabe-Workflow überführt, statt Tage im Posteingang zu liegen.
  • Weniger manuelle Eingabefehler: OCR und strukturierte Formate beseitigen den fehleranfälligen Tipp-Schritt.
  • Bessere Datenqualität: Erfasste Rechnungsdaten können direkt auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft werden, bevor sie in nachgelagerte Prozesse übergehen.
  • Schneller auffindbare Rechnungen: Erfasste Rechnungsdaten machen Belege nach Lieferant, Betrag, Datum oder Rechnungsnummer leichter auffindbar.
  • Weniger Zeitdruck bei Folgeschritten: Wenn Rechnungsdaten früh und vollständig im System vorliegen, können Prüfung, Freigabe und Zahlung schneller anschließen.

Erfasste Rechnungsdaten an Buchhaltung und ERP übergeben

Digitale Rechnungserfassung entfaltet ihren vollen Wert erst, wenn sie nahtlos in die bestehende Systemlandschaft eingebunden ist. Isolierte Tools lösen das eigentliche Problem nicht: Die Daten müssen am Ende im Buchhaltungssystem oder ERP ankommen, ohne manuelle Zwischenschritte.

Moderne Vorsysteme übertragen Rechnungsdaten direkt an ERP Systeme oder DATEV.

Entscheidend ist dabei, dass keine Medienbrüche entstehen. Wenn eine Rechnung digital erfasst, aber manuell ins ERP übertragen wird, ist nur ein Teil des Prozesses digitalisiert. Der fehleranfällige Schritt bleibt bestehen. Vollständige Integration bedeutet: die Rechnung wird einmal erfasst und fließt digital  durch alle Stationen bis zur Buchung.

Digitale Rechnungserfassung mit Circula: Vom Scan bis zur Buchung

Finance-Teams, die ihren Rechnungseingang digitalisieren wollen, stehen oft vor einem ähnlichen Problem: Die eine Lösung kann gut scannen, aber nicht freigeben. Eine andere hat einen Workflow, aber keine DATEV-Anbindung. Das Ergebnis sind mehrere Tools, die zusammengeflickt werden, Lücken lassen, und keinen revisionssicheren Audit-Trail bieten.

Hinzu kommt: Wenn Freigeber Reisekosten im einen und Rechnungen im nächsten System genehmigen, jonglieren sie zwei Oberflächen und zwei Logiken. Ein gemeinsames Freigabesystem bedeutet eine Oberfläche, eine vertraute Mechanik und schnellere Freigaben.

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Circula Eingangsrechnungen unterstützt den gesamten Prozess von der Rechnungserfassung bis zum vorkontierten Export und nutzt dafür dieselbe Freigabe- und Compliance-Logik, die Finance-Teams bereits von Auslagen und Reisekosten kennen:

  • KI-gestützte Belegerfassung: Eingangsrechnungen werden per Scan oder in der integrierten E-Mail-Inbox automatisch ausgelesen: Lieferant, Betrag, Steuersatz, IBAN und weitere Pflichtfelder werden direkt erkannt und befüllt.
  • E-Rechnungseingang: Strukturierte E-Rechnungen im Format XRechnung und ZUGFeRD werden nativ erfasst.
  • Digitale Freigabe-Workflows: Rechnungen durchlaufen regelbasierte Genehmigungsprozesse. Freigaben erfolgen mit nur einem Klick, vom Arbeitsplatz oder unterwegs per App.
  • DATEV-Integration: Vorkontierte Belegdaten und -bilder werden direkt an DATEV übertragen, ohne manuelle Zwischenschritte oder -formate.
  • Unterstützung GoBD-konformer Prozesse: Belege werden revisionssicher verarbeitet und können im optionalen DMS unveränderbar und jederzeit abrufbar gespeichert werden.
  • Vollständige Transparenz: Der Bearbeitungsstatus jeder Rechnung ist jederzeit einsehbar: wer hat geprüft, wer hat freigegeben, wann wurde exportiert.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigen wir Ihnen gerne. Vereinbaren Sie jetzt eine Demo.

Fazit

Rechnungen digitalisieren ist kein IT-Projekt, es ist eine Entscheidung über die Arbeitsqualität des Finance-Teams. Wer Eingangsrechnungen noch manuell erfasst, bindet Kapazitäten in Aufgaben, die Software zuverlässiger und schneller erledigt.

OCR-Rechnungserfassung, strukturierte E-Rechnungen und die direkte Übergabe der erfassten Daten ins Folgesystem schaffen eine skalierbare Grundlage: Ob 50 oder 500 Rechnungen im Monat, der Aufwand für die Erfassung bleibt konstant niedrig. Mit der E-Rechnung wird diese Grundlage noch wichtiger, weil Rechnungsdaten zunehmend maschinenlesbar vorliegen und direkt übernommen werden können.

Wer jetzt die Grundlagen legt, profitiert doppelt: sauberere Daten, weniger Fehler, und ein Finance-Team, das Zeit für Aufgaben hat, die wirklich zählen.

Disclaimer

Wir machen darauf aufmerksam, dass die Inhalte unserer Internetseite (auch etwaige Rechtsbeiträge) lediglich dem unverbindlichen Informationszweck dienen und keine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne darstellen. Der Inhalt dieser Informationen kann und soll eine individuelle und verbindliche Rechtsberatung, die auf Ihre spezifische Situation eingeht, nicht ersetzen. Insofern verstehen sich alle bereitgestellten Informationen ohne Gewähr auf Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

Anna Lischke
Anna Lischke
Redakteurin bei Circula

Anna Lischke ist Redakteurin bei Circula mit Fokus auf Buchhaltung, Finanzen und digitale Lösungen für den Mittelstand.

Mitwirkende

Anna Lischke
Anna Lischke
Redakteurin bei Circula

FAQs

Was ist digitale Rechnungserfassung?

Digitale Rechnungserfassung ist der automatisierte Prozess, mit dem eingehende Belege, ob Papier, PDF oder E-Rechnung, erfasst, ihre relevanten Daten ausgelesen und in ein Buchhaltungssystem übertragen werden. Dazu gehören OCR-Texterkennung, der Abgleich mit Stammdaten und die Übergabe an einen digitalen Freigabe-Workflow. Ziel ist es, die Rechnungsdaten vollständig und ohne manuelle Eingabe für die weitere Verarbeitung bereitzustellen.

Welche Daten liest OCR bei der Rechnungserfassung aus?

Eine moderne OCR-Rechnungserfassung liest die zahlungs- und buchungsrelevanten Felder aus: Lieferantenname und -adresse, Rechnungsnummer und Rechnungsdatum, Netto- und Bruttobetrag, Mehrwertsteuersatz und Steuerbetrag sowie IBAN und BIC. Wie zuverlässig das gelingt, hängt von der Scanqualität, dem Rechnungslayout und der Qualität der hinterlegten Stammdaten ab. Bei E-Rechnungen entfällt das Auslesen, weil die Daten bereits strukturiert mitgeliefert werden.

Was ist der Unterschied zwischen Rechnungserfassung und Rechnungsverarbeitung?

Die Rechnungserfassung ist der erste Schritt: Sie umfasst das Erfassen des Eingangs, das Auslesen der Daten und die formale Prüfung. Die Rechnungsverarbeitung beschreibt den gesamten weiteren Weg, also Freigabe, Buchung, Zahlung und Archivierung. Die Erfassung ist damit das Eingangstor, das die Datenqualität für alle Folgeschritte bestimmt. Den kompletten Ablauf beschreiben wir im Beitrag zur digitalen Rechnungsverarbeitung.

Ist OCR-Rechnungserfassung GoBD-konform?

Ja, sofern das eingesetzte Verfahren die GoBD-Anforderungen erfüllt. Dazu gehören eine dokumentierte Verfahrensdokumentation, die unveränderbare Speicherung der Originaldaten und eine nachvollziehbare Qualitätskontrolle beim Scannen. Wer diese Anforderungen erfüllt, darf Papierbelege nach der Digitalisierung vernichten, das sogenannte ersetzende Scannen.

Wie lange müssen erfasste Rechnungen aufbewahrt werden?

Für Rechnungen als Buchungsbelege gilt seit dem 1. Januar 2025 eine Aufbewahrungsfrist von acht Jahren. Sie wurde mit dem Vierten Bürokratieentlastungsgesetz von zehn auf acht Jahre verkürzt (§ 147 AO, § 257 HGB, § 14b UStG). Für andere Unterlagen wie Jahresabschlüsse und Handelsbücher bleiben zehn Jahre maßgeblich. Für die genaue Einordnung einzelner Belegarten empfiehlt sich die Abstimmung mit einer Steuerberatung.

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